Irdenes in aller Pracht

Der 16. Töpfermarkt zog am Wochenende Tausende aus nah und fern an. 40 Töpfer zeigten von Gebrauchsgeschirr bis zu Accessoires für Heim und Herd ein breites Angebot.

Ilmenau – Welches Handwerk oder Gewerbe wohl das älteste ist, darüber lässt sich vortrefflich streiten. Zu den frühesten gehört die Töpferei. Bereits vor über 20.000 Jahren formten Menschenhände den in der Erde gefundenen Rohstoff Ton zu Gefäßen und Figuren. Einmal im Feuer gebrannt, sind die Gegenstände im Haushalt universell zu gebrauchen. So ist das auch heute noch. Irdenes ist im High-Tech-Zeitalter individuell geblieben. Jeder Töpfer hat seinen Stil, seine Formen und Motive.

Ilmenau Einen breiten Ein blick in die Welt der Töpferkunst gab es am Wochenende zum 16. Mal in der Lindenstraße in Ilmenau. Der ganze Töpfermarkt war diesmal ein Stück nach hinten verschoben, der Baustelle in der Straße des Friedens geschuldet. Dabei hatten die Bauarbeiter ganze Arbeit geleistet, von Kabelgräben war nichts mehr zu sehen.

Über 40 Töpferbetriebe aus Thüringen, Dresden, Leipzig bis hin nach Hessen zeigten, was auf der Töpferscheibe und in frei gebauter Keramik so alles entsteht. Von Anfang an dabei ist in Ilmenau Susanne Smalun aus Gehren. Ihr Metier ist Haushaltgeschirr. Farbenfroh und vielfältig in Form und Gestaltung. Mitunter ist ein Aha-Effekt zu erkennen. Schmunzeln erwünscht. „Hier stimmt alles“, sagt die Keramikerin mit Blick nach oben. Am Samstag ließ sich die Sonne am Firmament blicken; Nieselregen hielt sich am kühlen Sonntag in Grenzen. Susanne Smalun erinnert sich: „Wir haben in den 16 Jahren schon bei Schneefall oder bei 30 Grad in der Sonne gestanden. Man muss es nehmen, wie es kommt.“ Sie bietet indes nicht nur fertiges Geschirr zum Verkauf an, bei ihr kann man auch Kurse in der alten Porzellanfabrik in Ilmenau besuchen. „Einen Kindergeburtstag an der Töpferscheibe, das liegt im Trend“, verrät die Gehrener Künstlerin.

Von Anfang an dabei ist auch Katrin Fröderking aus Jena. Sie bietet ganz andere Keramik an. Klassische Formen dominieren bei ihr, feines Geschirr in Braun und dezentem Rot. „Da ich in Bürgel gelernt habe, widme ich mich auch der blau-weißen Keramik“, sagt die sympathische Jenenserin und schnippt mit den Fingern zur Musik. Die kommt an beiden Nachmittagen von Markus Segschneider und Alexandre Zindel, die als Duo „Two High“ auftreten.

Ins Gespräch kommen

Aus Großpösna bei Leipzig ist Peggy Nothnagel angereist. Sie bietet frei gebaute Keramik an. „Seit einem Jahr gehen Vogelhäuser ganz gut. Ebenso Lampenschirme und ganze Leuchten. Und wenn ich einmal im Jahr hier bin, dann biete ich auch Weihnachtskerzenständer an.“ An Ilmenau gefällt ihr besonders, dass sich die Menschen für ihre Arbeit interessieren. Schnell komme man ins Gespräch. Auch so mancher Auftrag werde hier ausgelöst. „Im Jahr darauf kommen die Leute zu mir und holen ihre Bestellung ab“, sagt sie und verweist auf ihren Laden, der auch schon mal von Ilmenauern besucht werde.

Was wäre in Thüringen ein Markt ohne Bratwürste und kulturelle Unterhaltung? Nichts! Neben der musikalischen Ausgestaltung sorgte Siegfried Härtel mit seinem Karussell für Spaß bei den Kleinen. Von Bratwürsten über Handbrot gab es auch für Veganer Lukullisches: Katrin Gabor und Sybille Streubel boten veganen Kuchen und Muffins an. Urteil: Äußerst schmackhaft!

Zufrieden war auch Lüder Stabernack vom Kulturamt: Für ihn ist der 16. Töpfermarkt die Generalprobe für das Altstadtfest vom 5. bis 7. Juni. Diesmal mit (ohne?) Baustelle.

Von Volker Pöhl

Quelle:

insuedthueringen

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