Römhild ist eine gute Adresse für Keramik-Fans

Römhild machte am Wochenende seinem Namen als Keramik-Stadt wieder alle Ehre. In der malerischen Kulisse des Schlosses Glücksburg boten Keramiker aus ganz Deutschland ihre Arbeiten an.

Römhild – Besucher wie Aussteller genossen sichtlich die Verbindung von stimmungsvollem historischem Gemäuer und der in Formen, Farben und künstlerischen Handschriften ganz unterschiedlichen Keramik-Angebote. Und natürlich trug auch das strahlend schöne Wetter seinen Teil zum Gelingen des 4. Thüringer Keramikmarktes in Römhild bei. Er wurde nicht wie die vorangegangenen von einem professionellen Veranstalter präsentiert, sondern vom Förderverein „Internationales Keramiksymposium“. Zwar waren es (noch) nicht so viele Stände wie in den Vorjahren, dafür war der Eintritt zum Markt frei und das wussten die Gäste zu schätzen, die das Geld lieber für ein schönes Stück aus Keramik ausgaben.

Schloss Glücksburg und strahlender Sonnenschein boten wieder die perfekte Kulisse für den 4. Thüringer Keramikmarkt in Römhild. Händler wie Besucher waren begeistert von der Atmosphäre dieses Marktes, der zum ersten Mal vom Förderverein "Internationales Keramiksymposium" veranstaltet wurde.  Fotos: proofpic

Schloss Glücksburg und strahlender Sonnenschein boten wieder die perfekte Kulisse für den 4. Thüringer Keramikmarkt in Römhild. Händler wie Besucher waren begeistert von der Atmosphäre dieses Marktes, der zum ersten Mal vom Förderverein „Internationales Keramiksymposium“ veranstaltet wurde.
Fotos: proofpic

Vom täglichen Gebrauchsgegenstand bis zur Kunst war alles zu finden bei den Handwerkern und Künstlern aus Berlin, Dresden, Bremen, Gießen oder vielen anderen Gegenden Deutschlands. Und bei Töpfermeister Andreas Leonhard aus Plauen konnten die Besucher sogar den keramischen Brennprozess verfolgen. Er zeigte wie mit einer allen japanischen Fertigungstechnik, dem so genannten Raku-Brand, ganz besondere Oberflächeneffekte entstehen. Und für so manches fast noch warme Stück fand sich auch gleich ein Käufer.

Fachkundiges Publikum

Ein sehr interessiertes und fachkundiges Publikum bescheinigten viele Händler dem Keramikmarkt in Römhild. Da merke man doch, wie die Stadt in der Tradition verwurzelt sei. Zum ersten Mal in Römhild war Gabi Harberts aus Bremen und sie war begeistert. „Es ist total schön hier. Diese Kulisse, die netten Leute. Uns wurde sogar ein kleines Frühstück an den Stand gebracht“, freut sie sich. Frühstück bekamen nicht nur die Händler, auch die ersten Besucher, die am Samstagmorgen zur Glücksburg kamen, wurden von Renate Weingarten, der stellvertretenden Bürgermeisterin, begrüßt und zu einem kleinen morgendlichen Imbiss eingeladen.

Auch einige Keramiker hatten sich für den Markt etwas besonderes einfallen lassen. Antje Reinhard aus Blankenhain hatte ein Tassenpaar mit der Aufschrift „Römhilder“ und „Römhilderin“ mitgebracht. Die „Römhilderin“ war am frühen Samstagnachmittag schon verkauft. Fast alle Händler waren mehr als zufrieden mit dem Umsatz und wollen auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Das freut insbesondere Reinhard Keitel, den Vorsitzenden des Fördervereins „Internationales Keramiksymposium“. „Wir hatten schon ein bisschen Herzklopfen, ob alles so läuft, wie wir uns das wünschen“, gibt er unumwunden zu. Doch der Markt habe alle Erwartungen übertroffen. „Und ich bin überzeugt, im nächsten Jahr werden wir noch weit mehr Keramiker hier haben, wenn sich rumgesprochen hat, was für eine gute Adresse das Schloss Glücksburg im August ist.“ Ortsansässige Keramiker wie Markus Weingarten oder Gramann Keramik hatten neben ihren Ständen im Schloss auch ihre Geschäfte in der Stadt geöffnet, die ebenfalls rege frequentiert wurden.

Ausstellungen gut besucht

Sehr groß war auch das Interesse an den Keramik-Ausstellungen im Schloss. Neben der ständigen Schau mit Exponaten aus früheren Symposien waren ebenfalls die Arbeiten des jüngsten Keramiksymposiums 2011 wieder in Römhild zu sehen. Rundum zufrieden zeigten sich dann gestern Abend die Marktveranstalter. Das Zusammenspiel der Vereinsmitglieder habe wieder bestens funktioniert so wie auch zu den Symposien, ist Vereinsvorsitzender Keitel glücklich. Im kommenden Jahr werde der Verein erstmals einen Keramikpreis vergeben an einen der Teilnehmer des Marktes. „Das wird dann sicher ein weiterer Anreiz sein, sich mit guten Arbeiten hier zu beteiligen“, meint er. Dabei sei für den Verein aber nicht die Anzahl der Töpfer entscheidend, sondern das Publikum. „Wenn wir hier in Römhild für Marktbesucher interessant sind, dann kommen die Werkstätten und Ateliers von ganz alleine und wollen Präsenz zeigen. Und dann sind wir vielleicht bald in der Lage – wie beim Symposium – unter einer Vielzahl von Angeboten auswählen zu können“, so Keitel. Die Resonanz am Wochenende hat gezeigt, dass Römhild für Keramikfreunde längst eine gute Adresse ist.

Von Waltraud Nagel

Quelle:
insuedthueringen

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