Keramik-Markt umrahmt von Stadtfestatmosphäre

45 Keramiker von Mecklenburg bis Bayern präsentierten beim 6. Thüringer Keramikmarkt im Ambiente von Schloss Glücksburg in Römhild am dritten August-Wochenende Ergebnisse ihres Töpferhandwerks.

Römhild – Samstagmorgen in Römhild. Auf dem Marktplatz tummeln sich Aussteller des Keramikmarktes, Ehrengäste, Musiker, Reiterinnen und Zuschauer. Sie formieren sich zu einem Umzug, der vom Marktplatz über den Viehmarkt in den Schlosshof auf der Rückseite der Glücksburg führt. Angeführt vom Kinder- und Jugend-Musikverein Römhild und zwei Reiterinnen, gefolgt von Römhilds Bürgermeister Günther Köhler und Landtagskandidatin Kristin Floßmann (CDU) sowie weiteren Ehrengästen und den „Kelten vom Gleichberg“, setzen sich die Keramiker, alle in einheitlich bedruckter Markt-Schürze, in Bewegung. Das war ein Novum in der noch jungen Tradition des Römhilder Keramikmarktes.

Im rückseitigen Schlosshof eröffneten Reinhard Keitel, der Vorsitzender des Fördervereins „Internationales Keramiksymposium Römhild“, gemeinsam mit dem Bürgermeister den 6. Thüringer Keramikmarkt in Römhild und wünschten allen Ausstellern viele Interessenten und Käufer. Auch das Wetter spielte ganz gut mit, auch wenn die Temperaturen des Vorjahres nicht erreicht wurden, bescherte den Keramikern eine große Besucherschar. Wegen einiger dringenderer Aufgaben habe er sein Versprechen vom Vorjahr, den inneren Schlosshof zu sanieren, bis zum Keramikmarkt nicht realisieren können, so Köhler. Doch bis zum Keramiksymposium 2015 werde das erneuerte Versprechen eingelöst sein. Was die Besucher und den Verlauf der beiden Tage betrifft, so dürfte auch der veranstaltende Förderverein „Internationales Keramiksymposium Römhild“ zufrieden gewesen sein.

Der Keramikmarkt selbst war ein Mekka für Besucher im Allgenmeinen und für Kenner im Besonderen. Er bot eine einmalige Sammlung an Unikaten in den verschiedensten Formen, Farben und Stilrichtungen, wobei sich jeder Stand durch eigene variantenreiche Kreationen und einer ganz persönlichen Note auszeichnete. Was die Töpfermeister und Keramiker mit ihren Händen formten und präsentierten, war eine faszinierende Symbiose aus Handwerk und Kunst. Und natürlich wollten die Handwerker nicht nur, dass ihre Kunst bewundert, sondern auch verkauft wurde, um zu Hause im Garten, in den Wohnstuben, als Gebrauchsgegenstände in der Küche oder zu dekorativen Zwecken Freude zu bereiten.

Die riesige Auswahl präsentierten Keramiker aus den verschiedensten Bundesländern, von der Keramikwerkstatt Loosen/Mecklenburg, über die Töpferei Hagemann Magdeburg bis ins oberfränkische Mainleus bei Kulmbach, wo Heike Flaschka zu Hause ist. Sie erlernte übrigens das Töpferhand 1980 in Römhild und kehrte somit an den Ursprung zurück. Andere Aussteller kamen aus Rauschenberg(Nordhessen) oder aus Plauen, wo Töpfermeister Andreas Leonhardt beheimatet ist. Er faszinierte seine Besucher mit der Vorführung der japanischen Technik „Raku“. Mit dieser Technik entstehen Farb- und Oberflächeneffekte, wie sie bei anderen Brennprozessen so nicht erzielt werden.

Stark vertreten waren die Thüringer Keramiker, ob mit der Keitel-Keramik aus Weimar, den Töpfereien aus Pößneck, Bürgel, Thalbürgel, Behrungen oder Leimbach/Rhön, um nur einige zu nennen. Natürlich zogen auch die einheimischen Werkstätten, wie der Töpferhof Gramann und die Töpferei Markus Weingarten aus Römhild oder Ingo Müller aus Haina und die Töpferei „Zum Kuhstall“ Streufdorf mit ihren Kreationen die Besucher an.

Viele nutzten an diesem Wochenende auch die Gelegenheit, sich die Dauerausstellung „Keramik international“, die Sonderausstellung „Römhild von B bis Z – Aquarelle von Doris Lindstädt“ oder die Ausstellungsräume mit Spielzeug bis hin zur Hönn’schen Sammlung im Museum Schloss Glücksburg anzusehen. Dazu hatte auch das Rahmenprogramm einen hohen Unterhaltungswert. Den Auftakt dazu gab es mit einem Konzert am Freitagabend in der ehemaligen Rüstkammer des Schlosses. Während der beiden Tage zwischen Geschirr, Vasen und dekorativen Elementen immer dabei, das Duo „Lied-Fass“ aus Weimar. Sie spielten immer wieder mit Zerrwanst, Geige, Mundharmonika oder Gitarre frisch und frech auf, sangen bekannte oder wenige bekannte deutsche Volkslieder und Folklore und gehören inzwischen in Römhild einfach dazu. Das bunte Bild am Samstag mit geprägt haben die Kelten vom Gleichberg.

Der Sonntagnachmittag bot als Unterhaltungshighlight durch Rosel Frank und ihrem Team eine Modenschau für Jedermann. Über eine dreiviertel Stunde wurde sportliche, elegante und farbenfrohe modische Kleidung für den Sommer und Herbst, für abendliche Grillpartys und anderen Gelegenheiten vorgeführt und von einem riesigen Publikum mit Beifall honoriert. Dazu gab es durch wortgewandten Rico Frank eine erfrischende Moderation. Natürlich darf die tadellose Versorgung der Gäste nicht vergessen werden, die vom Wildgulasch über Bratwurst und Waffel-Leckereien für jeden Geschmack etwas zu bieten hatte. Alles in allem ein gelungenes Wochenende, dass dem guten Ruf der Stadt Römhild und seiner Gleichberg/Grabfeldregion gut zu Gesicht stand.

Von Kurt Lautensack

Quelle:
roemhild




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